Oberösterreich

Hochgenuss im Vierkanthof
Schauflinger’s Gasthaus Theuerwang
Vorchdorf eine Marktgemeinde mit rund 7.500 Einwohnern hat eine Gasthauskultur, die  wohl einzigartig ist. Da findet man fast an jeder Ecke ein tolles Restaurant, von gehobener Haubenküche, bis zur herzhaften, gstandenen Wirtshausküche – einige davon mit Hauben, Löffeln, Gabeln und was weiß ich noch ausgezeichnet.
Ganz oben bei diesen ländlichen Ausflugszielen – nur ein kurzer Abstecher von der Autobahnabfahrt Vorchdorf – ist: Schauflinger’s Gasthaus Theuerwang, mitten im Grünen,  rundum Felder und Wiesen, gackernde Hühner und mitten drinnen ein schön herausgeputzter Vierkanthof. Ganz große Küche ohne Firlefanz mit Liebe und kreativen Ideen, eine wunderbare Kombination von Großmutters Pfannen und moderner Küche. In dieser Jahreszeit sitzt man im Garten unter Kastanien und wenn es dann wieder kälter wird und die Nebelfetzen über die Felder ziehen, gibt es urgemütliche Stuben – geschmackvoll und mit Stil eingerichtet – ja, alles ist so angerichtet, dass man sich wohlfühlen kann. Und die Küche erst! – Hier werkt seit nunmehr 33 Jahren die Mutter Christine Schauflinger und ihr zur Seite steht Lisa, die Schwiegertochter. Lisa wird wohl die Gastronomie in den Genen haben – ihre Schwester führt das tolle Hochhaus und die Mutter ist die Grand Dame des Top-Restaurants Tangelberg, beide im Zentrum von Vorchdorf. Und so lässt man natürlich auch bei den Schauflinger nichts anbrennen.
Die Wachtelbrust ist ganz zart und fein und harmoniert hervorragend mit den Berglinsen und Orangen-Paprikajus. So ein Start lässt jubeln. Die gebratenen Flusskrebse mit Paradeiserpolenta, knackig, wunderbar gewürzt.
Das traditionelle Surbratl wir mit Mehl- und Semmelnknödel und einem „heurigen Erdapfl“ serviert, dazu ein wundervoll marinierter Krautsalat. Das Natursafterl mit leichter Sursäure und die knusprige Kruste, die knackt wie Krachmandeln, ein Gedicht.

 

 

 

Dann noch die Rindsbackerl, so richtig weich geschmort, dass sie noch ein wenig Biss haben und doch im Mund fast zergehen mit frischen knackigen Eierschwammerln, so eine Köstlichkeit, dass man vor lauter Gaumenfreuden fast zum Schlucken vergisst. Ein großes kulinarisches Vergnügen.
Und so gibt es ein großes Dankeschön an den immer präsenten Hausherrn Hermann Schauflinger, seine Gattin Lisa und an seine Mutter Christine, sowie an das gesamte kompetente, freundliche Team.
Außerdem gibt es einen Greisslerladen mit kulinarischen Produkten aus der Region, aber auch handgemachte Schuhe und Hemden, Bauernmöbel und zeitgenössische Kunst (da kommt wieder die Galerie Tanglberg ins Spiel).
Auf jeden Fall zwischen Wien und Salzburg einen kulinarischen Abstecher wert! Aber Vorsicht – unbedingt reservieren und die Öffnungszeiten sind variabel, sie sind aber auf der Homepage angegeben – www.theuerwang.at

 

 

 

 

Grabmer’s Waldschänke – Grieskirchen – Große Klasse!
Elisabeth Grabmer
gehört schon seit vielen Jahren zu den Küchen-Highlights in Oberösterreich. Ihre feine Küche, die nie den Boden verloren hat, die immer ohne Firlefanz ausgekommen ist, war und ist immer beliebt. Nun ist auch der Sohn Clemens an den „mütterlichen“ Herd heimgekehrt. Clemens hat bei Andreas Döllerer in Golling sein Handwerk gelernt und verfeinert. Aber Clemens war immer schon in der Küche seiner Mutter unterwegs. Schon 2009 mit nicht einmal 14 Jahren stand er mit Mutter Elisabeth bei der „Familien-Kochshow“ in Schlierbach an vorderster Front. Nun gibt er den Gerichten eine feine neue Note, Mutter und Sohn sind die ideale Ergänzung.
Die Küche grüßt mit einer Potpourri aus Schmalz, feinem Joghurtaufstrich, Karfiol mit Brösel und einem wunderbaren Nussbrot, dann kommt ein fein gebeizter Lachs mit Quinoasalat, marinierter Gurke und Meerrettich, herrlich abgestimmt im Zusammenspiel der unterschiedlichen Aromen. Genau am Punkt der Rücken vom Milchkalb mit ausgezeichnetem Safterl, Zuckerschoten und einem Erdäpflstampf mit Karotte, genau richtig, kein Schnickschnack, einfach nur sehr gut! Der Valrhonaschokokuchen mit Beeren und Karamelleis ist ein Gedicht und wenn dann Clemens noch mit dem Käse- oder Süßspeisenwagen auffährt, muss man trotzdem noch einmal zulangen, auch wenn man meint, es geht nichts mehr!

Ein Abend für den ganz großen kulinarischen Genuss!
Die Weinkarte ist auch eine Sensation, Heinz Grabmer hat an die 1.000 Positionen im Keller mit Schwerpunkt aus Österreich, Frankreich, Italien und Spanien, aber eigentlich findet man hier Topweine auch von Australien, Südafrika und Chile.
Grabmer’s Waldschänke, Grieskirchen  – www.waldschaenke.at

 

2014_EssigRehEssig‘ in Linz – einfach ganz großartig!
Seit vielen Jahren kocht Georg Essig schon auf hohem Niveau, zuerst fast 20 Jahre Vogelkäfig und nun hat er seit 2010 das „Essig’s“ in der Niederreichstraße. Georg Essig bietet hier drei Schwerpunkte: 1. Die ganz hervorragende Küche mit Essig‘s kreativer Kochkunst. Allerdings gibt es keine großen Abendevents, dafür kann man von Montag bis Freitag von 11 Uhr bis 18.45 Uhr (Samstag bis 13.15 Uhr) durchgehend speisen und wie man sieht, das kommt gut an. Wo bekommt man in Linz am Nachmittag so ausgezeichnete „Kost“. Zweitens gibt es noch die „Edelgreißlerei“ mit Saucen, Sugos, Köstlichkeiten vor allem aus Italien und auch vorgefertigte Spezialitäten wie Kalbsvögerl, Paste oder Gulasch und – 3. die Kochkurse, die von Georg mit meisterhafter Professionalität geführt werden, so dass jeder Hobbykoch begeistert ist.
Das Lokal mit seiner modernen und warmen Holzkonstruktion verbreitet schon eine richtige „Wohlfühl-Atmosphäre“, die Tische können individuell zusammengestellt werden und bieten so neben der Behaglichkeit auch noch individuelle Gestaltung.
Die Speisen wirklich ein Gedicht: ein herrlich abgestimmtes Flusskrebstatar, ein 24 Stunden gegarter Schweinbauch, richtig gut durchzogen mit Cognacschaum und Steinpilzen und einem Pilztatar vom Semmelstoppelpilz, den man leider sonst auf Speisekarten kaum findet. Der Rehrücken von einer feinen Zartheit mit Nuss-Schupfnudeln und Trompetenpilzen, das Kalbsfilet und die Kalbsbackerl kommen im Paar mit einem wunderbar cremigen Kräuterrisotto mit Steinpilzschaum umgeben, traumhaft! Die Süßspeisen stehen dem nicht nach: Sweet Kürbis mit gestocktem Buttermilchschaum und knusprigem Getreide, die gebrannte Frischkäsecreme mit Erdnuss und Sanddorn oder die luftig, flaumigen Topfenknödeln mit Safransorbet und Nougatcreme! Ja, da fühlt man sich wohl! Der Weinkeller spielt dazu alle Stückerl!
Einfach köstlich! Einfach gut!

 

Lang’s Wirtshaus in St. Ulrich
2014_LangBraten
Mitten im Mühlviertel zwischen Niederwaldkirchen und St. Ulrich liegt Lang’s Wirtshaus, ein idyllisches Platzerl, und dort findet man noch eine Kost wie sie schon selten geworden ist. Alles hausgemacht, das meiste aus dem eigenen Stall und Garten, die Brände vom Obst rund ums Haus. Jetzt ist zwar tot Hose, aber trotzdem gibt es immer ein zwei kräftige, deftige, herzhafte, gut g’standene Speisen. Diese Mal war es ein gefüllter Schweinsbauch, herrlich knusprig gebraten mit einem wunderbaren Safterl und einer wirklich gut gewürzten Semmelfüllung.
Ja, da mag man gerne hinfahren und es sich gut gehen lassen.
Warum allerdings auf der (nicht sehr aktuellen) Homepage eine zeitgeistige Trattoria mit Restaurant und eine Pizzeria auch angeführt sind, mag eine touristisches Rätsel bleiben. Bitte bleibt beim Wirtshaus, da schmeckt’s!

 

 

Restaurant Scherleiten / Kirchdorf a.d.Krems
scherleitenScherleitenRundblick 10
Seit vielen Jahren schon ein Geheimtipp hoch über Kirchdorf – Christine und Michael Otte führen das Restaurant Scherleiten auf sehr hohem Niveau. Heuer sind sie im Gault Millau mit einer Haube ausgezeichnet worden. Alle zwei Wochen wird die Speisekarte gewechselt und es gibt immer eine Menüauswahl aus jeweils 3 Speisen. Egal welche Woche sie erwischen, das Essen ist immer ein Gedicht. Christine bringt die Speisen mit viel Raffinesse auf die Teller und belässt ihnen doch immer den Eigengeschmack.
Aktuell wurden wir beglückt mit einer ganz zarten geräucherten Gänsebrust mit Sellerie Pannacotta und einem mit Mozzarella gefüllten Bio-Rind-Carpaccio,  ganz große Klasse. Das Kaninchen wurde „zweierlei“ serviert, ein gebackenes Rückenstück und ein zartes Stück im Speckmantel. Ebenfalls zweierlei vom Bio-Rind: Filet und Ochsenschleppragout, dazu ein köstlicher  Kartoffel-Käseauflauf. Das Fleisch immer ganz genau am Punkt, zart, weich und mit leichtem Biss.
2013_ScherleeitDeserAls Dessert sticht der lauwarme Graumohn Auflauf mit Sauerkirschen, Mohnmousse und rotem Sturmsorbet hervor. Die Weinkarte ist und war schon immer ein besonderes Erlebnis: kaum ein Top-Winzer fehlt. Das Preis- Leistungsverhältnis ist noch immer sehr anständig. Ein wundervoller Abend und ein Erlebnis hoch über Kirchdorf, da zahlt sich die Anreise immer aus!

 

 

 

Landgasthof Baumgarten (bei Gmunden)
Regional, saisonal, bodenständig – das sind so kulinarische Gastrobegriffe, die sehr inflationär geworden sind und oft missbräuchlich verwendet werden: Spargel hat immer Saison – auch wenn er aus Peru kommt!
Beim Baumgartner-Wirt in Baumgarten bei Gmunden treffen diese Attribute allerdings noch ganz genau zu! Und noch dazu mit einer Qualität, die selten ist. Sabine Papst-2013_BaumgartnerHirschragoSpiessberger, die Wirtin und Küchenchefin, beherrscht die bodenständiige Küche, wie kaum eine Zweite. Aktuell zum Beispiel ein Hirschragout mit zartem, weichen Fleisch und 2013_BaumgartnerBratdazu Eierschwammmerl und kleine feste Butternockerl, dass es eine Freude ist. Das „Bratl-zweierlei“: ein gut gesurter und durchzogener Bauch und gebratener Schopf, mit Stöcklkraut und Knödel un einem Safterl zum Niederknien. Lammkotelett mit Specklinsen, Blunzn Gröst, ein Kalbsbeuscherl und auch ein Tellerfleisch, das im Mund fast zergeht! Die Nachspeisen mit Hollerröster, ideal abgemischt mit Apfel und Zwetschken und die Powidl-Pofesen ganz fein und nicht fett triefend. Ab nächste Woche (28. Oktober) stehen dann Ganserl und Enten auf dem Speiseplan. Unbedingt einmal hinfahren, aber vorher anrufen und reservieren, der Wirt in Baumgarten ist längst kein Geheimtipp mehr.
Tel: 07612 64974 – 0650 2648239 – Email: baumgartenwirt@aon.at
Rund um den Traunsee, Grünberg, Laudachsee gibt es eine Menge schöner Wanderungen, nützen sie den Spätherbst für einen Ausflug!

 

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